Mittwoch, 22. Mai 2013

Rezension | Ich hab sie nicht gezählt - Dolores Schmidinger

Lang hat es gedauert und ich habe mich förmlich durchgequält, durch ein Buch, oder vielmehr eine Biografie, die mich so garnicht gefangen nehmen konnte.

Ich spreche hier von "Ich hab sie nicht gezählt - Eine unartige Biografie" von Dolores Schmidinger.



Zu den Eckdaten:

Autorin: Dolores Schmidinger
Gebundene Ausgabe: 239 Seiten
Verlag: Kremayr & Scheriau; erschienen im August 2012
Preis: 22,00€

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar durch Blogg dein Buch & den Kremayr & Scheriau Verlag erhalten. Danke dafür.


Klappentext
Wenn die Dolly mit achtzig keine Liebhaber mehr hat, dann wird sie welche erfinden, damit es was zum Erzählen gibt, meinte einmal Andrea Händler zu ihrer Freundin Dolores Schmidinger. Doch die Sorge ist verfrüht, es gibt einstweilen noch genug zu erzählen, Erotisches, Frivoles und Unartiges aus dem Leben der Dolly S. Etwa von der kleinen Doris, deren Vater sie allzu sehr geliebt hat, von den wilden 68ern, die der freien Liebe frönten, von vier Ehemännern, mit denen sie allerlei Überraschungen erlebte, und von erotischen Abenteuern und Ausflügen, die sie u.a. in die Lack-und-Leder-Szene führten. Natürlich, eine Statistik der Lover lässt sich nicht erstellen Dolores zählte nicht mit, sondern lebte mehr nach dem Motto: Der Nächste, bitte! Das tut aber dem vergnüglichen Einblick in ihr Liebesleben keinen Abbruch. Denn auch wenn nicht alles immer lustig war, hat sie nie darauf vergessen, sich selber nicht ganz ernst zu nehmen. Und schon gar nicht ihre Liebhaber. Deshalb: Lesevergnügen ist garantiert, denn Dolores Schmidinger versteht es meisterhaft, Pointen zu setzen, zu erstaunen, zu überraschen und manchmal auch ein wenig zu schockieren.

Rezension
Titel und Cover schienen mir zunächst recht vielversprechend, obgleich ich die gute Frau Schmidinger garnicht kannte. Ich bin also komplett jungfräulich an dieses Buch herangegangen. Dolores Schmidinger ist eine österreichische Schauspielerin und Kabarettistin, die 1946 in Wien geboren wurde. Das Buch wurde demnach auch in einem österreichisch akzentuiertem Deutsch geschrieben, was mir das Lesen hin und wieder doch recht schwer machte. Generell wirkt die Sprache sehr kindlich und naiv, was vielleicht auch extra beabsichtigt ist. Menschen werden generell immer mit Artikel angesprochen, also "die Leni sagte das und das, der Erwin war so und so" etc. pp. Ich dachte zunächst, dass würde nur am Anfang des Buches so sein, als Dolores noch ein Kind war, allerdings scheint es doch an der Sprache zu liegen und zog sich durchs ganze Buch. Frau Schmidinger wuchs in wirklich seltsamen Familienverhältnissen auf, ihre Mutter ungläubig und abhängig von Appettitzüglern, ihr Vater katholisch und streng. Um es vorwegzunehmen: Er hat mit ihr verschiedene Dinge angestellt, die mich gleich zu Anfang des Buches sehr schockiert haben und die mir die komplette Freude auf die Lebensgeschichte verdorben haben, weil ich mit so Etwas nicht gerachnet habe. Das ist auch der Grund, warum ich den Titel des Buches unpassend finde - es ist keine unartige Biografie, sondern eine sehr bestürzende und traurige. Die Geschichte eines traurigen, einsamen Menschens, der sein Leben lang auf der Suche nach Liebe war und sich in verschiedene Süchte, sei es Sex, Alkohol oder Tabletten gestürzt hat. Nach der Schilderung und den Geschehnissen in der Familie habe ich also ein wenig die Motivation am Lesen verloren, weil ich wusste, dass mich keine leichtmütige und aufreizende Lebensgeschichte erwartete. Vielmehr wurden diverse Männergeschichten und Beziehungen von Dolly geschildert, Depressionen, Magersucht, Alkoholmissbrauch etc. durch diese naiv-kindliche Sprache einfach verharmlost und viele Geschehnisse einfach heruntergerasselt. Tatsächlich gab es auch ab und an Stellen, an denen ich schmunzeln musste, einfach auf Grund dieser kindlich-naiven Beschreibungen, alles in allem musste ich mich aber durch dieses, im Vergleich, recht dünnes Buch wirklich durchkämpfen und habe deswegen auch meine 30 Tage Veröffentlichungsfrist weit überschritten. Aber ich musste mich zum Weiterlesen einfach immer wieder zwingen.



Wirklich schade, denn ich hatte mir von dieser Biografie mehr versprochen. Deshalb wie gesagt von mir 2 von 5 Erdbeeren.



Liebe Grüße

Erdbeerliese

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