Sonntag, 10. Februar 2013

Rezension] | Schweig still, süßer Mund - Janet Clark

"Ich beobachte dich. Jeden deiner Schritte. Du solltest vorsichtig sein. Zwing mich nicht, auch dich zum Schweigen zu bringen."


Schweig still, süßer Mund ist ein Jugendthriller aus dem Loewe Verlag, geschrieben von Janet Clark. Der Preis liegt bei 12,00€ und das Buch beinhaltet 349 Seiten Lesespaß. Auffallend ist auf jeden Fall das Cover, was mich direkt angesprochen hat. Ich finde es super schön. Viele rote bzw. pinke Rosenblüte gerahmt von schwarz erinnern mich irgendwie ein bisschen an Shabby bzw. Landhausstil und in einem weißen Bücherregal sieht es einfach famos aus.

Zum Inhalt 
Ella und Jana sind die besten Freundinnen. Sie kennen sich seit dem Kindergarten. Beide gehen noch zu Schule, Ella ist 18 und steht kurz vorm Abitur. Jana ist 17 und wiederholt gerade die 11. Klasse. Durch Ellas Schulwechsel haben sich die beiden Mädchen aber ein bisschen voneinander entfernt, was Jana doch recht zu schaffen macht. Jana lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester Miriam in einer Wohnung in München. Ihr Vater lebt mit der ehemals besten Freundin ihrer Mutter in Berlin. Ella hingegen wohnt bereits alleine. Ihre Eltern sind steinreich, allerdings ist das Verhältnis zu ihnen nicht das Beste und zur Zeit sind sie auf Weltreise. Neben Ella ist da auch noch Fabian, Janas bester Freund, den sie aus der Schule kennt. Und Roman, Ellas Theaterpartner. Die beiden proben zusammen für ein wichtiges Stück, dessen Premiere vor der Tür steht. Das Buch startet mit einem Prolog, darauf folgt das erste Kapitel, wobei das Buch nicht nach Kapiteln, sondern nach Tagen aufgebaut ist. Der Handlungsspielraum fasst einen Monat. Jana und Ella unterhalten sich am Anfang der Geschichte und man merkt die Spannung zwischen den beiden. Sie sind zusammen mit den anderen Freunden am nächste Tag verabredet, da Ella mit Roman für das Theaterstück proben will, doch Ella taucht nicht auf. Sie geht auch nicht an ihr Handy und sowohl Jana, als auch die Anderen, sind etwas verägert über dieses Verhalten. Nachdem sich Ella aber auch am darauf folgenden Tag nicht meldet, macht sich Jana Gedanken und schaut zusammen mit Fabian bei Ella vorbei. Doch bei ihr brennt kein Licht und niemand öffnet die Tür. Janas sorgen beginnen zu wachsen, wogegen alle Anderen sie noch beschwichtigen, da Ella ein total sprunghafter Typ ist und gerade Ferien sind, vielleicht sei sie einfach kurzfristig in den Urlaub gefahren. Doch Jana kann das nicht glauben, weil es untypisch für Ella ist, ihr nicht bescheid zu sagen, immerhin sind sie die besten Freundinnen. Und Ella schrieb ihr am Tag vor der Verabredung noch eine SmS mit den Worten "Muss dir was erzählen". Doch auch Janas Mutter und ihre Schwester wollen sie von ihrer Sorge abbringen, noch dazu verwickelt ihre Mutter sie in ein seltsames Gespräch á la "Freundschaften können auch auseinander gehen", was Jana noch mehr verwirrt. Ella bleibt verschwunden und allmählich scheint die Sorge um ihre beste Freundin doch berechtigt zu sein. So versucht Jana alles, um Ella zu finden und erhält dabei nun auch Unterstützung von Fabian und ihrer Schwester. Auf der Suche nach Ella erfährt sie Dinge über ihre beste Freundin, die sie niemals für möglich gehalten hätte und die die Pfeiler ihrer Freundschaft bis auf den Grund erschüttern. Sie gerät in einen düsteren Strudel, der sie vollkommen verschlingt. Sie weiß nicht mehr, was sie noch glauben, geschweige denn tun soll. Doch letztendlich gibt sie ihre Suche nicht auf.

Meine Meinung
Man erfährt hier als Leser die Geschichte eines jungen Mädchens, ihren Gedanken und Gefühlen. Das Buch dreht sich um Freundschaft, Liebe und Vertrauen, eingebettet in eine Kriminalgeschichte. Jana ist ein sypathischer Charakter, der ständig von Selbstzweifeln geplagt wird. Trotzdem ist sie selbstbewusst und tough und lässt den Leser an ihren Empfindungen teilhaben. Dieser Roman ist kein blutrünstiger Thriller und sicher nicht vergleichbar mit Fitzek und Konsorten, dennoch baut er gut Spannung auf. Im Laufe des Buches werden immer wieder neue Charaktere eingeführt, die den Leser auf verschiedene Spuren bringen. Mir ging es so, dass ich von Anfang an einen Charakter im Kopf hatte, von dem ich mir sicher war, dass er etwas mit Ellas verschwinden zutun hat. Als sich herausstellte, dass dem nicht so ist, ging das Verdächtigen natürlich von Neuem los. Es gibt viele verschiedene, dubiose Gestalten und man weiß nie so genau, wer Dreck am Stecken hat. Das macht diese ganze Geschichte recht spannend, zumal man das alles zusammen mit Jana ergründet. Man kann sich als Leser in das Mädchen hinein versetzen, was ich immer sehr wichtig finde. Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist die eingebaute Sozial- und Medienkritik, dich sich im Grunde um diese ganze Story legt bzw. auf der die Story beruht. Dies erfährt man aber erst später im Buch. Es ist etwas, an dem wir wahrscheinlich alle schon einmal beigetragen haben. Mir als Leser wird die Macht der Medien und der Manipulation vor Augen geführt und das finde ich vor allem für die jüngeren Leser unter uns wirklich sehr wichtig. Es ist nicht immer alles so, wie es scheint! Etwas schade finde ich den Verlauf dieses Buches zum Ende hin. Ich finde, die Geschichte wird dann zu schnell aufgelöst und man findet nicht zusammen mit Jana heraus, wer an Ellas Verschwinden schuld ist, sondern derjenige verrät sich selbst. Denn es gibt immer wieder verschiedene Einschübe einer Person, also aus einer anderen Perspektive und an dieser Stelle verrät sich diese Person eben eindeutig. Das war mir einfach zu plötzlich. Außerdem fand ich diesen Charakter sehr sympathisch und ich fand es richtig doof, als sich herrausstellte, dass er es ist, da wollte ich garnicht weiter lesen. Das Ende war mir dann aber auch einfach zu unspektakulär und ungefährlich. Es war so ein bisschen wischiwaschi. Generell hat mir ein bisschen die Gefahr gefehlt. Ich verlange nicht, dass ein Thriller unbedingt super blutig sein muss, aber ich möchte als Leser die Gefahr in soweit spüren, als das sich mir die Härchen beim Lesen aufstellen. Und ich hatte nie so richtig das Gefühl, dass Jana jetzt in irgend einer Weise wirklich richtig in Gefahr war, das hätte man intensivieren können.

Alles in allem fand ich dieses Buch trotzdem spannend und für ein Jugendbuch recht gut. Es hat sich schnell herunter gelesen, da die Seiten aus ziemlich dickem Papier sind und auch wenn es nicht nach jedem Kapitel einen super Cliffhanger gab, wollte ich trotzdem weiter lesen. Altersempfehlung ist denke ich ab 12 oder 13 Jahren bis open End. Wir waren ja alle mal jung und können uns deshalb sicher ganz gut mit den Gedanken und Gefühlen von Jana identifizieren

Aus diesem Grund bekommt Schweig still, süßer Mund von mir 4 von 5 Erdbeeren und es ist auf jedenfall lesenswert.


Liebe Grüße

Erdbeerliese

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über eure Meinungen, Erfahrungen und konstruktive Kritik☺